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Der
Name Mariendistel geht auf eine Legende zurück, der zufolge
die Jungfrau Maria, als sie Jesus stillte, einige Tropfen
ihrer Milch auf eine Distel fallengelassen hat. Dies verursachte
die weißen Flecken auf den Blättern und man nannte
sie fortan Marien- (marianum), oder Liebfrauendistel.
Die Gattungsbezeichnung Silybum leitet sich aus dem griechi-schen
Wort für Quaste oder Anhängsel her.
Die
ursprüngliche Heimat der Mariendistel ist der Mittelmeer-raum.
Sie verbreitete sich im Laufe der Zeit über ganz Europa
und wurde von den frühen Auswanderern nach Amerika und
Australien gebracht.
Erstmals
wird die Mariendistel als Heilmittel gegen Lebererkran-kungen
in der Antike von Plinius dem Älteren (23 - 79 v.J.Ch.)
erwähnt. Neben anderen Heilkundigen der jeweiligen Epoche
beschrieb auch Hildegard von Bingen in ihrem im Jahre 1533
publizierten Kräuterbuch die Anwendung dieser Heilpflanze,
welche sie "Vehedistel" - Venusdistel - nannte.
Etwa 1930 be-gannen Wissenschaftler die Milchdistel als Leberschutz-
und Heilmittel zu erforschen.
Im
Jahre 1968 isolierte ein Team von Wissenschaftlern an der
Universität von München unter der Leitung von H.
Wagner das Silylmarin aus dem Samen der Mariendistel. Später
zeigten fortgeschrittenere Methoden, daß dieses aus
mehreren Kompo-nenten, den sogenannten Flavolignanen, bestand.
Diese sind Silybinin und Isosilybinin (Gemisch aus
den Diastereomeren Silybilin A und B), Silychristin und Silydianin,
welche zu 4 - 6 % in den reifen Samen enthalten sind. Weitere
Bestandteile sind - außer zahlreichen Nebenkomponenten
- Flavonoide, weiters 20 - 30% fettes Öl, 25 - 30% Eiweiß
und etwas Schleim.
Die
häufigsten Leberschäden entstehen durch Alkohol
(71 %), Pharmazeutika (18 %) und durch chemische Substanzen
(11 %). Sibylin hat die Eigenschaft die äußere
Struktur der Leberzellen zu verändern. Dies bewirkt einem
Membraneffenkt, der das Eindrin-gen von von Giften in das
Innere der Zellen verhindert. Dieser Mechanismus macht es
übrigens zum wirkungsvollsten Antidot bei einer Knollenblätterpilz-Vergiftung.
Klinisch
wird Sibylin bei der Behandlung toxischer Leberschäden
und als unterstützende Maßnahme bei chronisch entzündlichen
Lebererkrankungen und bei Leberzirrhose angewandt. Besonders
bei Leberschäden, welche durch Alkohol oder Medikamente
verur-sacht sind, wird unter Sibylin eine beschleunigte Normalisierung
und ein Rückgang der Beschwerden erzielt.
Es
agiert außerdem als pflanzliches Magen-Darm-Mittel bei
Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei funktionellen
Stör-ungen des ableitenden Gallensystems. Auch bei der
Behandlung von hirnorganischen Leistungsstörungen (z.B.
Schwindel, Ohren-sausen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen,
Stimmungsschwankungen) kommt Sibylin zum Einsatz.Die Wir-kung
von Sibylin basiert im wesentlichen auf drei Eigenschaften:
auf seine Funktion als Radikalfänger und Antioxydans,
auf die Stabilisierung der Leberzellmenbrane und die Stimulation
der Zellregenerierung.
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