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Beitrag von Dr. Marlis Bach
aus Zeitschrift Pulsar Nr. 7 vom 09/1999


Drachenblut - Das sagenumwobene Wundermittel aus dem Amazonas

Ein Baum blutet und Menschenleben können dadurch gerettet werden. Schon um 1600 wurde in den Aufzeichnungen vom spanischen Eroberer, P. Bernab Cobo über das Drachenblut (span.: Sangre de Grado) aus dem Amazonasgebiet berichtet. Die Rinde des Croton-Baumes spendet beim Anzapfen einen blutroten Saft, den indianische Stämme in Mexico, Peru und Ecuador zu sensationellen Heilzwecken verwendeten. Wenn z. B. eine Mutter ein Kind gebar und zu verbluten drohte, wurde auf schnellstem Wege Drachenblut herangeschafft, um die Blutung zum Stillstand zu bringen.

Das originale Drachenblut stammt von den Baumarten Croton lechleri, C. salutaris und C. planostigma, aus der Pflanzenfamilie der Euphorbiaceae, die bis zu 20 m hoch werden. Geerntet werden das rote Harz und die Rinde. Dieser Baum wächst im tropischen Regenwald, vornehmlich in Südamerika im Amazonasgebiet.Viele Medizinmänner nehmen ihr geheimes Wissen um diese Naturkräfte mit ins Grab, einige pharmazeutische Firmen sind diesen Pflanzenwirkstoffen jedoch bereits auf der Spur.

Das Hauptimportland für das Drachenblut ist Bolivien. Dort wird der Drachenblut-Baum auch "Tipa" genannt. Verwandte Baumarten, die Daeomonorops draco und D. species, aus der Familie der Arecacea (Palmae) liefern das ostindische Drachenblut, welches in den indisch-malaiischen Inseln (Hinterindien, Java, Borneo, Sumatra und auf den Molukken) beheimatet ist.

Ursprüngliche Verwendung
Das rote Blut wird auf offene Wunden getropft, damit sie einerseits aufhören zu bluten, und andererseits der Heilungsprozess beschleunigt und die Verletzung vor Infektionen geschützt wird. Auf der Wunde trocknet es rasch und bildet ein Barriere, quasi wie eine zweite Haut. Das Drachenblut wird auch innerlich angewendet, und zwar bei Knochenbrüchen, Magen- und Darmgeschwüren und Fieber. Bei verschiedensten Hautstörungen wird innere mit äußerer Anwendung kombiniert. Das ostindische Drachenblut setzt man Weihrauchmischungen zu, um deren Kraft und Wirksamkeit zu verstärken, und es gilt auch als Liebesweihrauch. Wenn sich ein Mann die Liebe eines Mädchens wünscht, dann hüllt er sie in eine Rauchwolke aus Drachenblutpulver und daraufhin soll ein Zauber der Liebe ihr Wesen gefangen nehmen. In der orientalischen Liebeslehre ist es Bestandteil einiger erotischer Rezepturen.

Inhalt und Wirkung
Wissenschaftler fanden eine Vielzahl von wirksamen Alkaloiden, die Hauptwirkstoffe sind Taspine. Weitere Inhaltsstoffe sind: Methylthymol, Myrcene, Proanthocyanidine, Terpinen-4-ol, Camphene, Cuparophenol, Borneol, Vanillin und Dimethylcedrusine. Welche Fähigkeiten haben diese Pflanzenwirkstoffe (engl.: Phytochemicals)? Altbekannt ist die wundheilende Wirkung, ebenso wirkt es antibakteriell, antiviral, antiseptisch, lindert Verbrennungen und kann auch Krebs heilen. Es gibt einige wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen Taspine als krebsheilend beschrieben werden, andere Forscher identifizierten die Dimethylcedrusine als wundheilende Wirkstoffgruppe. Ein belgisches Forscherteam hält die Taspine für heilend bei Herpesinfektionen. Weiters konnte gezeigt werden, dass diese Alkaloide die Resistenz gegen Viren erhöhen und die Immunkraft stärken.

Anwendung
In der "zivilisierten" Welt gebraucht man das Drachenblut des Croton-Baums bei Sonnenbrand, diversen Hauterkrankungen, Fieberblasen, Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, Entzündungen - besonders der Atemwege - und bei Krebs. Aufgrund der adstringierenden Wirkung wird es zur Straffung der Haut und zur Festigung von Blutgefäßen eingesetzt. Um beispielsweise Herr über die Geisel Krebs zu werden, sollen zweimal täglich 3-5 Tropfen Drachenblut auf ein halbes Glas Wasser getrunken werden, und bei äußeren Symptomen sollen zusätzlich zweimal täglich einige Tropfen an der Problemstelle eingerieben werden. Die Anwendung bei den übrigen Krankheiten erfolgt analog.

Bei den Indianern wird das Drachenblut des Croton-Baums hauptsächlich bei äußeren Verletzungen, bei der Geburt, beim Weißfluss der Frauen, Eiterungen im Vaginalbereich und mangelhafter Blutgerinnung verwendet. Hingegen wird das Drachenblut der Daeomonorops-Palme für die Schutz- und Opferräucherung eingesetzt. Dieses Harz hat marsischen Charakter und ist zum Verzehr nicht geeignet. Die Natur ist voll von Pflanzen und Kräutern, deren Heilkräfte wir zum Teil schon nutzen und solchen, deren große Heilkräfte wir nur erahnen können. Im Regenwald gibt es Tausende Gewächse, die noch unerforscht sind. Nur die Ureinwohner dieses Gebietes wussten und wissen um deren Heilwirkung. Sangre de Grado ist dort ein bekanntes und bewährtes Hausmittel, welches uns zum Glück nicht vorenthalten blieb.

Der Regenwald des Amazonas hält noch eine Unmenge weiterer Heilmittel für die Menschheit bereit. Wir sollten diese einzigartige Naturwelt sinnvoll nutzen. Aber bei dem Zerstörungswahn vieler Menschen ist es fraglich, wie lange es ihn noch gibt.

Literaturhinweise: Studies on the anti-tumour, anti-bacterial, and wound-healing properties of dragon´s blood. Planta Med, 1994 Diverse Bücher des Autors Christian Rätsch (z. B. Medizin aus dem Regenwald. Die Weisheit der Naturvölker. Verlag Natura med, Neckarsulm).

Zur Autorin: Dr. Marlis Bach Lebensmittelchemikerin A-8072 Wutschdorf 89

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