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Ecotoxicology
and Environmental Safety 44, 73 - 80 (1999)
Environmental Research, Section B
Article ID eesa. 1999. 1816,
verfügbar online bei http://www.idealibrary.com/
Risikoanalyse
von Microcystin in Nahrungsergänzungsmitteln
mit Aphanizomenon flos-aquae
David
J. Schaeffer, Phyllis B. Malpas und Larry L. Barton
*Department
of Veterinary Biosciences, University of Illinois, 2001 South Lincoln
Avenue, Urbana, Illinois 61802; und Department of Biology, University
of New Mexico, Albuquerque, New Mexico 87131
Eingegangen
am 17. Mai 1999
Aphanizomenon
flos-aquae, eine Cyanobakterie, die als Naturkostergänzung vermarktet
wird, wird von natürlichen Vorkommen im Klamath See (Oregon) geerntet,
die gelegentlich eine Verunreinigung durch Microcystis aufweisen. Die
zuständige Behörden verschiedener Staaten entwickeln Vorschriften,
um die im Trinkwasser und in verschiedenen, darunter aus A. flosaquae
hergestellten Produkten enthaltene Microcystinmenge zu kontrollieren.
Die Vorschriften für Microcystin (MC), ein Toxin, das von der Spezies
Microcystis produziert wird und potentiell in natürlichen Vorkommen
von A. flos-aquae enthalten ist, sollten sich auf Untersuchungen stützen,
in denen eine Test Spezies einer natürlichen Mischung dieser Cyanobakterien
ausgesetzt wird. Ein 1984 durchgeführter Versuch zur Bestimmung der
Auswirkung von hohen A. flos aquae Futteranteilen auf die Vermehrung und
Entwicklung von Mäusen wird hier noch einmal untersucht im Lichte
von kürzlich durchgeführten Analysen des Microcystin-LR (MCLR)
Gehaltes im Futter dieser Mäuse. Junge erwachsene Mäuse, die
pro Tag bis zu 333 µg MCLR pro kg Körpergewicht konsumierten,
zeigten keine negativen Wirkungen in Bezug auf Wachstum und Vermehrung,
in Bezug auf fötale Entwicklung, Überleben und Organgewicht
von Neugeborenen. Basierend auf einem NOAEL von täglich 333 µg
MCLR pro kg Körpergewicht, einem Sicherheitsfaktor von 1000, wird
für einen 60 kg schweren Erwachsenen bei einem Verzehr von 2g A.
flos-aquae pro Tag der zulässige Höchstwert von MLCR als Schadstoff
in A. flos-aquae Produkten auf 10.0 µg MCLR/g berechnet.
Schlüsselwörter:
Aphanizomenon flos-aquae; Cyanobakterien; Mäuse; Microcystin; NOAEL;
Risikoanalyse.
NOAEL: No
Observed Adverse Effect Level (Grenzwert, bis zu dem keine schädliche
Auswirkung beobachtet wurde)
Einleitung
Cyanobakterien,
früher blau-grüne Algen genannt, haben als Nahrungsmittel eine
lange Geschichte. Die Azteken in Mexiko ernteten natürlich gewachsenes
Spirulina und trockneten es zu einem Brot, das sie Tecuitlatl nannten,
was wörtlich "Steinexkrement" (Ciferri, 1983; Farrar, 1966)
bedeutet. Natürlich wachsendes Spirulina wurde auch im Kanem Gebiet
am Chad-See benutzt, wo es geerntet, durch Sand gefiltert und von der
Sonne zu "Dihe" genannten Fladen getrocknet oder als "Biri"
genannte Sauce zubereitet wurde (Clement, 1975).
Die Entwicklung der Phycotechnologie führte zu einem Massenanbau
und einer Massenernte von Spirulina und Chlorella und ist inzwischen zu
einer weltweiten Multimillionen Dollar Industrie geworden. Mit der Entwicklung
neuer Quellen von einzelligem Protein (EZP) veröffentlichten die
Vereinten Nationen Richtlinien für die Testverfahren von EZP vor
der Verwendung als Nahrungsquelle für den Menschen (PAG, 1974, Becker,
1986). Es ist viel Arbeit geleistet worden, um die Sicherheit von Spirulina
bei Einnahmewerten, die einen bedeutenden Teil der täglichen Nahrung
ausmachen, zu garantieren (Boudene et al.,1976; Chamorro et al., 1988);
Sautier und Trémolières, 1975; Til und Williems, 1971).
Während der letzten 15 Jahre erschien eine weitere cyanobakterielle
Quelle von EZP, Aphanizomenon flos-aquae, auf dem Markt und macht heute
einen wesentlichen Teil der Naturkostergänzungsindustrie in Nord
Amerika aus. Gegenwärtig wird A. flos-aquae ausschließlich
am Upper Klamath Lake, Klamath Falls, Oregon, natürlich angebaut
und geerntet mit einer jährlichen Produktion von über 500 Tonnen
an getrockneten Zellen. Tausende von Zeugnissen lassen von der täglichen
Einnahme von AFA gesundheitsfördernde Wirkung erwarten (Cell Tech,
unveröffentlicht; Kryow und Schaeffer, 1999).
Eine biochemische Basis für die gesundheitsfördernde Wirkung
von AFA zeigte sich in den in vitro und in vivo Untersuchungen, die in
vielen Arten von photosynthetischen einzelligen Mikroorganismen pharmakologisch
aktive Wirkstoffe identifiziert haben. Zum Beispiel wurde bei gesunden
Versuchspersonen innerhalb von 2 Stunden nach dem Verzehr von AFA eine
40%ige Zunahme der Bewegung umherwandernder natürlicher Killerzellen
festgestellt (Manoukian et al., 1998). Natürliche Killerzellen beseitigen
virusinfizierte und von Krebs befallene Zellen, indem sie den programmierten
Zelltod der umgewandelten Zellen herbeiführen.
A.flos-aquae produziert Stoffe mit antibakterieller Wirkung (Ostensvik
et al., 1998) und im Salmonella typhimurium Testsystem wurde auch mutationshemmende
Wirkung nachgewiesen (Lahitova et al., 1994). Polysaccharide, Karrageene,
Sulfolipide und andere aus photosynthetischen einzelligen Mikroorganismen
isolierte Inhaltsstoffe zeigen antivirale Wirkung (Ayehunie, et al., 1998),
einschließlich anti-HIV Wirkung in vitro (Schaeffer und Krylov,
1999). Über 100 wissenschaftliche Schriften untersuchen die tumorhemmende
Wirkung von photosynthetischen einzelligen Meeres-und Süßwasser
Mikroorganismen. So produziert zum Beispiel Anabaena flos-aquae Galactolipide
mit tumorhemmender Wirkung (Shirahashi et al., 1996).
Photosynthetische einzellige Mikroorganismen, darunter AFA, sind eine
ausgezeichnete Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren
(Evans et al.,1996; Ikawa et al.,1994; Li et al., 1998). So hatten Ratten,
die mit einer stark cholesterinhaltigen Diät gefüttert wurden,
deutlich herabgesetzte Cholesterinwerte im Serum, nachdem ihrem Futter
21 Tage lang ein 5%iger Anteil der Cyanobakterie Nostoc commune zugesetzt
worden war (Hori et al., 1994). Sano et al. (1988) ergänzten stark
cholesterinhaltige Diäten mit aus Chlorella gewonnenen Glycolipid-
oder Phospholipidanteilen. Beide Anteile hemmten den Anstieg der Serumlipidwerte
und förderten die fäkale Ausscheidung von Steroiden (vor allem
Cholesterin, sowie Desoxycholsäure und Lithocholsäure). Sie
äußerten die Vermutung, daß diese Wirkung sowohl durch
die Abnahme der Absorption der von außen aufgenommenen Steroide
als auch durch die Zunahme der Gallentätigkeit verursacht worden
sei und die Senkung des von der Diät bewirkten erhöhten Cholesteringehaltes
im Serum herbeigeführt haben könnte. Die Einnahme von A. flos-aquae
führt bei Ratten zu einer Abnahme der Cholesterin- und Triglyceridwerte
im Blut (Kushak et al., 1999). Photosynthetische einzellige Mikroorganismen
haben also in in vitro und in vivo Versuchen eine große Bandbreite
von pharmakologischen Wirkungen auf eine Vielfalt von Arten, darunter
auch auf den Menschen.
In den Vereinigten Staaten hat die Food and Drug Administration (USFDA,
Behörde für Nahrungsmittel und Drogen ) entschieden, daß
A. flos-aquae ein Nahrungsergänzungsmittel ist; daher ist es nicht
wie eine Droge Vorschriften unterworfen, vorausgesetzt, daß keine
Fälle von Gesundheitsschädigung angezeigt werden. AFA wird jedoch
unter natürlichen Bedingungen geerntet und könnte daher Beimischungen
der Spezies Microcystis enthalten, die starke Toxine der Microcystinfamilie
erzeugt. Obgleich AFA keinen Vorschriften unterworfen ist, können
die Höchstwerte zulässiger toxischer Verschmutzung wie z. B.
durch Microcystin unter Bundes- und Bundesstaatsgesetz festgelegt werden.
So hat vor allem das Landwirtschaftsministerium des Staates Oregon (State
of Oregon Department of Agriculture, ODA) die zulässige Konzentration
von Microcystin-LR in A. flos-aquae auf einen Höchstwert von 1.0
µg MCLR/g AFA festgelegt. Wegen eines Mangels an geeigneteren Daten
stützte sich die Festlegung dieses zulässigen Höchstwertes
auf eine Untersuchung, in der Mäusen täglich reines, in Wasser
gelöstes Microcystin eingeflößt wurde
(Fawell et al., 1994). Die Wahl dieses Verfahrens zog nicht den möglichen
Unterschied bei der Absorption, beim Zellstoffwechsel und in der Toxizität
von Microcystin in Betracht, wenn es als Teil der AFA Matrix aufgenommen
wird. Tatsächlich aber ist man Microcystin nur unter dieser Bedingung
ausgesetzt. Eine umfassende Risikoanalyse (Schaeffer und Malpas, 1997)
kam zu der Feststellung, daß der gesundheitsunschädliche Höchstwert
bei einer Microcystinbelastung mehr als eine Größenordnung
höher lag als der vom ODA vorgeschlagene.
Während der Vorbereitung der Risikoanalyse werteten Schaeffer und
Malpas eine unveröffentlichte Untersuchung aus, die direkt die Sicherheitsfragen
anspricht, die mit dem Verzehr von A. flos-aquae verbunden sind, das mit
Mengen von MCLR verschmutzt ist, die viel höher liegen als der festgelegte
Höchstwert von 1.0 p MCLR/g AFA. Jene Untersuchung beschreibt einen
1984 durchgeführten Fütterungsversuch, der die Wirkung des Verzehrs
großer Mengen von A. flos-aquae auf die Größe, Vermehrung
und Entwicklung neugeborener Mäuse erforschte, sowie die veränderten
Blutwerte und die allgemeine Gesundheit erwachsener und neugeborener Mäuse.
In Anbetracht der erst kürzlich durch das Oregon Department of Agriculture
festgesetzten Höchstwerte, wurden die Ergebnisse von 1984 noch einmal
im Lichte kurz zuvor durchgeführter Mengenanalysen betrachtet und
förderten zutage, daß die 1984 verfütterten gefriergetrockneten
A. flos-aquae Zellen einen Mittelwert von 20.0 +/- 5.0 µg MCLR/g
AFA (Teile je Million Teile) enthielten. Dieser Wert ist ungefähr
20mal höher als die vorgeschlagene vorschriftsmäßige Höchstkonzentration,
obgleich er nach der Einschätzung einer umfassenden Risikoanalyse
über Microcystin in Trinkwasser und in Nahrungsergänzungsmitteln
aus Algen innerhalb der Bandbreite einer unbedenklichen Dosierungsmenge
liegt (Schaeffer und Malpas, 1997). Die hier wiedergegebenen Daten stammen
aus der einzigen Untersuchung, die die Toxizität von MC bestimmt
hat, wenn es als Verunreinigung eines cyanobakteriellen Nahrungsergänzungsmittels,
das für den menschlichen Verbrauch vermarktet wird, in Erscheinung
tritt.
Methoden
A. flos-aquae.
In dieser Untersuchung benutzte Zellen wurden von einer Wasserleitung
am südlichen Ende des Upper Klamath Lakes mit Hilfe einer Filtrierung
durch Netzabschirmung geerntet. In den frühen Achtzigerjahren wurden
die geernteten Zellen in einem fortlaufenden Prozeß gewaschen, gefroren
und anschließend gefriergetrocknet. Dieser Prozeß entfernt
keine anderen Algenarten aus A. flos-aquae, daher wird die Spezies Microcystis,
die zufällig mit A. flos-aquae im Klamath Lake wächst, gleichfalls
gefriergetrocknet.
Als diese Untersuchung 1984 durchgeführt wurde, standen keine empfindlichen
Routineuntersuchungen für die Analyse und Mengenbestimmung von MC
zur Verfügung und man begann gerade erst, die Toxikologie dieser
Stoffe zu verstehen. Während des letzten Jahrzehntes veranlaßten
die mit der Microcystintoxizität verbundenen Fragen die Entwicklung
von empfindlichen analytischen Methoden, die in der Folgezeit für
Routineuntersuchungen frischer und gefriergetrockneter Algenmengen benutzt
wurden (Carmichael et al., 1999). AFA Proben von der Originaluntersuchung
wurden bei Raumtemperatur fast 13 Jahre lang aufbewahrt und wurden kürzlich
mit Hilfe des Enzymimmuntests ELISA (An und Carmichael, 1994), der Hochdruckflüssigkeitschromatographie
HPLC (Lawton et al., 1994; Rivasseau et al., 1998) und einem Proteinphosphatase
Analyseverfahren (PPIA) analysiert. Das PPIA Verfahren wurde entwickelt,
nachdem MC als ein spezifischer und stark wirksamer Hemmstoff für
die Proteinphosphatase 1 und 2A entdeckt worden war (Takai und Mieskes,
1991). Bei der Durchführung von PPIA wurde das Ausmaß der Farbbildung
bei der Freisetzung von p-Nitrophenol aus p-Nitrophenolphosphat mit Hilfe
eines Mikroplattenlesegerätes gemessen.
Versuchstiere.
Siebzig (70) sechs Wochen alte Cox-Swiss Mäuse (Laboratory Supply
Co., Indianapolis, IN) wurden willkürlich in sieben verschiedene
Diätgruppen aufgeteilt. Jede Gruppe umfaßte zwei Käfige
mit 5 Männchen bzw. 5 Weibchen pro Käfig. Zwei Käfige mit
Männchen und zwei Käfige mit Weibchen wurden als Kontrollgruppen
verwendet und wurden mit einer Diät ohne Nahrungsergänzungsmittel
gefüttert. Die Mäuse wurden zu Beginn der Untersuchung mit einem
Kreis von 1 mm Durchmeser am oberen linken oder rechten Ohrrand gekennzeichnet.
Die Gruppen 2 bis 6 bekamen 65 bis 500mg AFA pro Tag als Nahrungsergänzung
(Tabelle 1, siehe Anhang). Falls die
AFA Nahrungsergänzung für Mäuse toxisch war, sollte der
Konzentrationswert,
der den Tod von 50 % der Mäuse verursachte, bestimmt werden.
Diät.
Es wurde eine vollständige Diät geliefert (Rodent Blox; Wayne
Pet Food, Continental Grain Company, Chicago,IL). Damit wurden die Mäuse
nach ihrer Ankunft eine Woche lang gefüttert, bevor der Diät
Zusätze beigemischt und bevor die Tiere gewogen wurden. Für
die experimentelle Diät wurde dem Trockenfutter Rodent Blox Wasser
zugesetzt und es wurde über Nacht im Kühlschrank eingeweicht.
A. flos aquae (Cell Tech, Klamath Falls, OR) wurde mit dem feuchten Rodent
Blox in den den verschiedenen AFA-Diät Stufen von Tabelle 1 entsprechenden
Mengenverhältnissen gemischt. Das so verbesserte Futter wurde luftgetrocknet.
In den ersten zwei Wochen des Versuchs betrug die tägliche Zuteilungsmenge
4 g Trockengewicht pro Maus; für den Rest des Versuchs wurde es dann
auf 5 g Trockengewicht erhöht. Daher verzehrten die Mäuse ungefähr
91 g Trockenfutter in den ersten 21 Tagen und 201 g in 43 Tagen.
Wachstumsauswertung.
Die erwachsenen Mäuse wurden alle 3 bis 4 Tage vormittags vor dem
Füttern gewogen.
Auswertung
der Organe und Blutwerte. Nach 21 Tagen wurden Mäuse von Gruppe 1
(Kontrollgruppe) und Gruppe 5 (250 mg AFA pro Tag) mit 0.25 ml einer im
Verhältnis 1 : 10 verdünnten Lösung von Innovar eingeschläfert.
Nieren, Leber und Milz wurden entfernt und die Gewichte der frischen Organe
bestimmt. Die mit AFA gefütterten Mäuse der Gruppen 2 - 4 wurden
ebenfalls getötet, aber die Gewebe wurden nicht untersucht. Nach
43 Tagen AFA-Fütterung wurden die übrigen Mäuse von Gruppe
6 (500 mg AFA pro Tag) und Gruppe 7 (Kontrollgruppe) anästhetisiert,
die Nieren und die Leber wurden entfernt und das Gewicht der frischen
Organe bestimmt. Die Organe wurden in neutral gepuffertem Formalin haltbar
gemacht und in Glycohnethacrylat eingelagert. Teile von ihnen wurden mit
Hematoxalin-Eosin Lösung für die mikroskopische Auswertung gefärbt.
Auswertung
einer Aufzuchtuntersuchung. Fünf männlich-weibliche Paare von
Kontrollmäusen (Gruppe 7) wurden in getrennte Käfige gesetzt.
Fünf männlich-weibliche Paare von Gruppe 6, die mit 500 mg AFA
pro Tag gefüttert worden waren, wurden gleichfalls in getrennten
Käfigen untergebracht. Die Zuchttiere wurden periodisch während
des ganzen Experimentes gewogen. Nach dem Werfen wurde die Anzahl der
Jungen in jedem Wurf festgestellt. Aus den Würfen wurden entsprechend
dem Standardverfahren je acht Junge ausgewählt, um das Wachstum der
Nachkommenschaft auszuwerten.
Ergebnisse
Sechs Proben
von dem im Fütterungsversuch von 1984 benutzten AFA wurden mit Hilfe
von ELISA, HPLC und PPIA auf MCLR hin untersucht (1997 - 1999). Für
jede Probe wurden an jedem von sechs verschiedenen Terminen Analysen durchgeführt.
Die MCLR Werte lagen zwischen 11 und 24.7 µg MCLR/g AFA und hatten
einen Durchschnittswert von 20.0 +/- 5.0 µg MCLR/g AFA. Dies entspricht
einer durchschnittlichen Belastung von 333 gg MCLR/kg pro Tag für
die höchste MC Belastungsstufe (Tabelle 2, siehe Anhang).
Keine Maus starb oder zeigte irgendwelche Anzeichen von Vergiftungserscheinungen.
Es gab keine erkennbaren physiologischen Veränderungen bei Mäusen,
die 21 oder 43 Tage lang eine Nahrungsergänzung mit AFA in einer
der angegebenen Dosierungshöhen erhalten hatten; Felleigenschaften,
Augenfarbe, Schwanzfarbe und Aktivität wurden nicht beeinflußt.
Subjektive Beobachtungen zeigten sogar ein günstigeres Temperament
und eine größere gegenseitige Verträgichkeit unter den
mit AFA gefütterten Mäusen.
Am Tage 0
unterschied sich das durchschnittliche Körpergewicht der Mäuse
in den verschiedenen Gruppen nicht (Variantenanalyse). Nach 21 Tagen waren
die Wachstumsraten sowohl der Weibchen (Tabelle 3, siehe Anhang) als auch
der Männchen (Tabelle 4, siehe Anhang) bei allen Mengenabstufungen
der AFA Zufütterung (65, 125, 185, 250 und 500 mg AFA pro Tag) statistisch
gleich (Co-Variantenanalyse) mit denen der Mäuse, die mit einer Kontrolldiät
gefüttert wurden. Das Durchschnittsgewicht der Weibchen aller Gruppen
außer der 250 mg Gruppe nahm nach 3 Versuchstagen ab, aber stieg
danach wieder an. Der Effizienzquotient des Futters wird durch den Futterverbrauch
pro Einheit der Gewichtszunahme festgelegt. Weder für die Weibchen
noch für die Männchen wurde dieser Quotient signifikant durch
die AFA Zufütterung beeinflußt (nicht belegt). Bei der Autopsie
waren die inneren Organe der mit AFA behandelten Mäuse und der der
Kontrollgruppen identisch was die allgemeine Erscheinung und das mit dem
Organ verbundene Fett angeht. Nach 21 Tagen bestand eine weitgehende Übereinstimmung
der Milzgröße (Tabelle 5, siehe Anhang). Am Ende der Periode
von 43 Tagen wurde die Milz nicht entfernt, aber es wurden keine Abnormitäten
in Größe oder Erscheinung wahrgenommen.
Es wurden mikroskopische Untersuchungen von Leber, Nieren und Milz durchgeführt
und keine histologischen Unterschiede zwischen den Geweben der mit AFA
gefütterten Gruppen und der Kontrollgruppen festgestellt. Die Organe
der mit A. flos-aquae gefütterten Tiere waren nach 21 bzw. 43 Tagen
frei von Tumoren, faserigen Stellen und anderen strukturellen Abnormitäten.
Das mittlere Organgewicht und das Verhältnis zwischen Organ- und
Körpergewicht nach 21 Tagen werden in Tabelle 5 (siehe Anhang) wiedergegeben.
Körper- und Organgewicht, sowie das Verhältnis zwischen Organ-
und Körpergewicht nach 43 Tagen werden in Tabelle 6 (siehe Anhang)
wiedergegeben und in Abb. l (siehe Anhang) graphisch dargestellt. Das
Verhältnis von Organ- und Körpergewicht wurde für Männchen
und Weibchen getrennt analysiert in wiederholten Gewebeuntersuchungen
mit zwei Versuchsfaktoren, AFA-Behandlung (Kontrollgruppen im Vergleich
zu mit AFA behandelten Gruppen) und Gewebe (Leber, Nieren, Milz). Die
Auswertung von Tabelle 5 und 6 und von Abb. 1 zeigte, daß das Verhältnis
des Organ/Körpergewichtes zwischen den verschiedenen Gruppen nach
21 und 43 Tagen unterschiedlich war, aber nicht zwischen den Kontrollund
den mit AFA behandelten Gruppen beider Geschlechter.
Die trächtigen Weibchen, an die die Diät mit dem A. flos-aquae
Zusatz verfüttert wurde, zeigten keine Vergiftungserscheinungen.
Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Größe des Wurfes
und dem Gewicht der Neugeborenen (Tabellen 7 und 8, siehe Anhang). Außerdem
blieben das Überleben und das Wachstum des Wurfes davon unbeeinflußt,
daß die Mutter während der Trächtigkeit und während
des Säugens mit 500 mg AFA Nahrungszusatz gefüttert worden war.
Ebensowenig beeinträchtigten 333 µg MCLR pro kg Körpergewicht
und Tag die Fortpflanzungsfähigkeit bei erwachsenen Mäusen oder
schädigten sie das Wachstum der Nachkommenschaft.
Auswertung
Die Stabilität
von trockener gefrorener Algenmatrix ist unbekannt. "Chemischer Abbau
von Microcystin-LR scheint kein günstiger Weg zu sein, um Microcystin
aus dem Wasser zu entfernen, da die Konzentration dieses Giftes sich über
eine Periode von 39 Tagen unter einer Vielzahl von pH und Licht Einflüssen
nicht abbaute" (Cousins and Watts, 1992) Die Einwirkung von UV Licht
auf Microcystin mit Wellenlängen um dessen Absorptionsmaximum führte
dagegen zu einem schnellen Abbau (Tsuji et al., 1995). Der Abbau hing
von der Intensität des Lichtes ab: Der Halbwert von MCLR bei einer
UV Bestrahlung von 147 µW/cm2 betrug 10 Minuten und bei einer Bestrahlung
von 2550 µW/cm2 war das Gift nach 10 Minuten vollkommen abgebaut.
Die Proben von A.flos-aquae von 1984, die auf MCLR hin untersucht worden
waren, wurden in einem versiegelten, vor Sonnenlicht geschützten
Behälter aufbewahrt, so daß man davon ausgehen kann, daß
der chemische Abbau gering war. Folglich stellt die hier wiedergegebene
MCLR Konzentration den Minimalwert des 1984 vorhandenen MCLR Gehaltes
dar.
Die Verhaltensänderungen, die bei diesen Mäusen beobachtet wurden,
stimmen mit den Berichten von Ärzten über verbessertes Verhalten
und verbesserte Konzentrationsfähigkeit bei Menschen überein
(Krylow und Schaeffer, in Vorbereitung). Elektroencephalogramme beim Menschen
unterscheiden sich vor und nach der Einnahme von A. flos-aquae (Valencia
et al., 1999) bei 1/300 der Menge (g/kg), die den Mäusen verabreicht
wurde.
Die Leber funktioniert als ein entgiftendes Organ und erfährt oft
ausgedehnte histologische Veränderungen und Sekretveränderungen,
wenn dem Körper toxische Substanzen zugeführt werden. Es ist
bekannt, daß die Einwirkung von toxischen MCLR Konzentrationen insbesondere
die Leber angreift (Beasley et al., 1989; Kaya, 1996) Khan et al., 1996;
Wickstrom et al., 1995). Die Niere ist gleichfalls ein extrem empfindliches
Organ, bei dem strukturelle und funktionelle Veränderungen schnell
die Wirkung toxischer Substanzen, einschließlich MCLR, in der Nahrung
wiederspiegeln (Khan et al., 1996). Die Tatsache, daß die Leber
und die Nieren erwachsener Männchen und Weibchen, die einer Microcystinbelastung
ausgesetzt waren, weder nach 21 noch nach 43 Tagen beeinträchtigungen
aufwiesen, zeigt, daß selbst sehr große Mengen von A. flos-aquae
mit einem durchschnittlichen Anteil von 20.0 +/- 5.0 µg MCLR/g keine
strukturellen (Organ) oder funktionellen (Wachstum, Vermehrung) Vergiftungserscheinungen
bewirkte.
Die Tatsache, daß es keine Wachstumsstörungen oder gesundheitsschädigenden
Wirkungen bei erwachsenen Mäusen gab, die große Mengen von
A. flos-aquae zu sich nahmen, entspricht nicht dem, was bei der Verwendung
anderer Quellen von einzelligen Proteinen oder Algenarten, die kein MCLR
enthalten, beobachtet wurde. Man fand zum Beispiel heraus, daß die
Spezies S bei hohen dietätischen Dosierungen das Wachsum herabsetzt
(Becker, 1986). Chlorella hat schwer verdauliche und allergiefördernde
Eigenschaften (Tiberg et al., 1995). Scenedismus, eine grüne Alge,
ist eine gute Quelle für Proteine (45 - 55%) (Becker und Venkataraman,
1980) und Carotenoide (Walz und Brune, 1980), aber andere Untersuchungen
führten zu der Vermutung, daß Scenedesmus auch toxische Wirkung
haben könnte (Becker, 1996; Richmond, 1990)
Es ist genau belegt, daß die kindliche Entwicklung während
der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt sehr empfindlich auf die
Einwirkung toxischer Chemikalien reagiert (Hansen, 1999). Jedoch hatte
A. flos-aquae in Verbindung mit der Auswirkung von 333 gg MCLR pro kg
Körpergewicht am Tag keinen Einfluß auf die Entwicklung des
Fötus oder des Neugeborenen. Diese Untersuchung der Organfunktion
und der Trächtigkeit bei erwachsenen Mäusen sowie des Wachstums
und der Organfunktion bei Föten und neugeborenen Mäusen erwies,
daß die Einnahme von A. flos-aquae in großen Mengen und in
Zusammenwirkung mit MCLR keinen wahrnehmbaren schädlichen Einfluß
ausübte.
Was die Auswirkung von MCLR angeht, sind diese Resultate vergleichbar
mit denen der Entwicklungsstudie mit dreizehnwöchiger Dosierungswiederholung
über die Fawell et al. (1994) berichten. In dieser Entwicklungsstudie
wurde Gruppen von 26 zeitgleich gepaarten weiblichen Mäusen einmal
täglich vom 6. bis 15. Tag der Trächtigkeit eine Dosis MCLR
eingeflößt. Sieben der Weibchen, denen 2000 µg MCLR pro
kg Körpergewicht am Tag eingeflößt wurde, starben und
2 wurden aus Gründen der Humanität vor Ende des Experimentes
getötet. Ein Tier, dem 200 µg MCLR pro kg Körpergewicht
am Tag verabreicht wurde, starb aus nicht wiedergegebenen Gründen.
In der Untersuchung stimmten die Gewichtszunahmen bei den überlebenden
Weibchen aller Gruppen, die eine Dosis Microcystin bekamen, mit denen
der Weibchen in den Kontrollgruppen überein.
Das ODA gab im Oktober 1997 Vorschriften heraus (Statutory Reference 603-25-190),
die sich auf die Untersuchung von Fawel et a1. (1994) stützten, die
gesundheitsunschädliche Höchstwerte von 40 gg MCLR pro kg Körpergewicht
am Tag vorschlugen. Auf diesen Sicherheitswert schlug das ODA Unsicherheitsfaktoren
auf für die Übertragung der Untersuchungsergebnisse bei Tieren
auf den Menschen ( x 10 ), für Empfindlichkeit ( x 10), und einen
aus mehreren Faktoren zusammengesetzten Unsicherheitsfaktor, der subchronische
auf chronische Übertragung, Beweise für tumorfördernde
Eigenschaften, Datenmangel wie z. B. das Fehlen einer Untersuchung über
Fortpflanzung (x 10 ) umfaßte. Der allgemeine Sicherheitsfaktor
war tausend.
Schaeffer und Malpas (1997) führten eine umfassende Risikoanalyse
für MCLR in Trinkwasser durch, die alle verfügbaren Daten aus
Kurzzeit-und Langzeituntersuchungen benutzte. Ihr zulässiger Höchstwert
wurde aus Daten von verschiedenen Arten und Stämmen, aus dem Verlauf
von Dosierungsversuchen und biologischen Endpunkten abgeleitet. Sie folgerten,
daß das Risikomanagement für MCLR einen NOAEL von 500 µg
MCLR pro kg Körpergewicht am Tag erfordert. Für einen 60 kg
schweren Erwachsenen, der täglich 2 Liter Wasser verbraucht, beträgt
der geschätzte zulässige Höchstwert von MCLR bei der Anwendung
eines Sicherheitsfaktors von 1000 15 µg MCLR/L oder 30 gg MCLR pro
Tag.
Der vorliegende Dosierungsversuch wurde ein Jahrzehnt bevor es ernsthafte
Bedenken über die Aufnahme von Microcystmen über AFA-Nahrungsergänzungsmittel
gab, durchgefihrt und war entsprechend der klassischen Vorschriften für
die Untersuchung von Nahrungsmitteln sowohl auf positive als auch negative
Auswirkungen auf Gesundheit, Fortpflanzung, Wachstum und Entwicklung hin
angelegt. Dennoch ist die Untersuchung äußerst relevant für
die gegenwärtigen Bedenken, weil die in diesem Versuch benutzten
Mäuse einer Belastung durch Microcystinmengen ausgesetzt wurden,
die die gültigen Standardwerte für Microcystine in A. flos-aquae
(Oregon Statutory Reference 603-25190) weit überschreiten. Aus den
Daten dieses Versuches ergibt sich ein NOAEL von 333 µg MCLR pro
kg Körpergewicht am Tag, der mit veröffentlichten NOAEL Werten
übereinstimmt (Falconer et al., 1994; Fawell et al., 1994; Schaeffer
und Malpas, 1997).
Der vom ODA
benutzte Sicherheitsfaktor kann auf diesen Versuch angewandt werden. Obgleich
dieser Versuch nur halb solange dauerte wie der von Fawell et al. (1994),
benutzte er ein ähnliches tierisches Modell und demonstrierte, daß
333 µg MCLR pro kg Körpergewicht am Tag für die Fortpflanzungsfunktionen
kein Risiko bedeutet. Zudem handelte es sich um einen normalen Fütterungsversuch,
bei dem die Tiere nicht zwangsweise gestopft wurden, was die Leberfunktionen
beeinträchtigen kann (Dr. Philip F. Solter, University of Illinois,
persönliches Gespräch, 1997). Außerdem wurde in diesem
Versuch kein reines in Wasser gelöstes Gift benutzt, sondern die
Tiere wurden einer Belastung durch Microcystine in derselben Matrix ausgesetzt,
die für den menschlichen Gebrauch vermarktet wird. Wenn man einen
Sicherheitsfaktor von 1000 auf den NOAEL des gegenwärtigen Versuches
von 333 µg MCLR pro kg Körpergewicht am Tag aufschlägt,
errechnet sich für ein durchschnittliches menschliches Körpergewicht
von 60 kg (entsprechend dem ODA) der maximal zulässige Höchstwert
( oder die tägliche Aufnahmetoleranz) von Microcystinen als 20.0
µg MCLR pro Tag.
Möglicherweise enthält die Matrix eine Schutzfunktion gegen
die Vergiftung durch Microcvstin. Daher ist es von entscheidender Bedeutung,
in Versuchen das Risiko von MCLR in vermarktetem A. flos-aquae unter Verwendung
der cyanobakteriellen Matrix einzuschätzen statt das Risiko von MCLR
als reines Gift. So ist z. B. das Flavonolignan Silymarin ein Membranantioxydans,
das gegen Microcystin-LR schützt (Hermansky et aL,1991; Mereish und
Solow, 1990; Mereish et al., 1991; Solow et al., 1990). A flos-aquae enthält
Silymarin in einer Konzentration von 80 - 200 µg/g. Mereish et al.
(1991) fanden heraus, daß eine einzige Dosis von Silymarin die tödliche
Wirkung und die pathologischen Veränderungen völlig aufhob und
die durch Microcystin-LR Vergiftung verursachte Mengenveränderung
von Blutenzymen herabsetzte. Mereish und Solow (1990) fügten einer
Zellkultur 1 µM MCLR hinzu und analysierten die Zellschäden
an der Menge der zellulären ('a C) Adeninnucleotide, an der Freisetzung
von Lactatdehydrogenase in das Medium und an dem Ausmaß, in dem
sich Hepatocyten von den monomolekulären Schichten ablösten.
Silymarin ( 25 - 200 µM) reduzierte die Menge der ausgelösten
Kennzeichen und die Zellablösung bei mit Microcystin-LR behandeltem
Brunnenwasser. Außerdem verhinderte es morphologische Deformationen
und Zellablösungen. Hermansky et al. (1991) entdeckten, daß
die Verabreichung von 400 mg pro kg Körpergewicht von Silymarin in
30 %iger Glycerinlösung 24 Stunden vor der einmaligen MCL Einnahme
weibliche Mäuse vor dem Tod durch eine Dosis von 100 ßg MCLR
pro kg Körpergewicht (tödliche Dosis 100) schützte. Nach
diesen Untersuchungen könnte der Silymaringeh 1 in A flos-aquae einen
weiteren täglichen Schutz gegen kleinere Mengen von MCLR bieten und
ein endogenes und natürliches zusätzliches Sicherheitselement
darstellen.
Ungefähr 70 % der Verbraucher von Cell Tech A. flos-aquae Produkten
verzehren weniger als 2 g A. flos-aquae pro Tag mit einem Durchschnittswert
von 1.7 +/- 0.6 g A. flos-aquae pro Tag (Mittelwert +/- Standardabweichung;
Cell Tech, unveröffentlichter Überblick). Für die 30 %
der Verbraucher, die mehr als 2 g A. flos-aquae pro Tag verzehren, beträgt
der Mittelwert +/- Standardabweichung 2.3 +/0.3 g A. flos-aquae pro Tag.
Weniger als 2% der Verbraucher verzehren mehr als 3 g A. flos-aquae pro
Tag. Wenn man daher einen durchschnittlichen täglichen Verbrauch
von 2 g A. flos-aquae annimmt, wäre für MCLR ein zulässiger
Höchstwert von 10.0 µg MCLR/g A. flos-aquae vertretbar. Dieser
Wert ist zehnmal höher als der vom ODA vorgeschlagene Richtwert (1997),
der seinen Standard auf Daten aus Versuchen mit Zwangsfütterung gründete
(Fawell et al., 1994), welches kein relevanter Weg für eine Microcystin-Aufnahme
ist. Diese Untersuchung füllt eine Lücke im Prozeß der
Gewinnung von Sicherheitsbestimmungen, indem sie relevante Daten über
Microcystin als toxischem Bestandteil von vermarktetem A. flos-aquae liefert.
Schlussfolgerung
Der Fütterungsversuch
wurde durchgeführt ungefähr ein Jahrzehnt bevor es irgendwelche
ernsthaften Bedenken über den Verzehr von Microcystinen als Bestandteil
von A. flos-aquae Nahrungsergänzungsmitteln gab. Die Untersuchung
war entsprechend dem klassischen Muster für Nahrungsmitteluntersuchungen
über positive und negative Auswirkungen auf Gesundheit, Fortpflanzung,
Wachstum und Entwicklung konzipiert. Die Tatsache, daß in dem für
diesen Versuch benutzten AFA Microcystine enthalten waren, machten ihn
jedoch zu einem guten Werkzeug für die Bestimmung eines gesundheitsunschädlichen
Höchstwertes für Microcystin als toxischer Bestandteil von A.
flos-aquae Produkten. Dieses ist der einzige Versuch, der mit Microcystinen
durchgeführt wurde, die als natürlicher Teil der als Naturkostergänzung
verwendeten A. flos-aquae Matrix vorkommen, und für die der Staat
Oregon einen Richtwert festgesetzt hat. Ein klarer NOAEL von 333 µg
A. flos-aquae pro kg Körpergewicht am Tag wurde bestimmt, und davon
ausgehend ergaben die vom ODA durchgeführten Berechnungen zur Risikoanalyse
einen Sicherheitswert von 10.0 µg MCLR/g für MCLR als toxischen
Bestandteil von A. flos-aquae Produkten.
Danksagungen
Der originale
Fütterungsversuch, der 1984 durchgeführt wurde, wurde von Cell
Tech. finanziert. Die in dieser Risikoanalyse benutzten Daten über
Microcystin wurden von Dr. Christian Drapeau (Cell Tech) zur Verfügung
gestellt. Die Autoren danken Cell Tech für die finanzielle Unterstützung,
die die Veröffentlichung dieses Artikels möglich machte und
Dr. Christian Drapeau außerdem für die hilfreichen Kommentare
zum Entwurf des Manuskriptes.
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Anhang: Abbildungen und Tabellen
324KB

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