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Ulster Nordirische Wissenschaftler haben eine billige und hocheffektive Methode entwickelt, Wasservorräte von naturschädigendem Östrogen zu befreien. Auch andere organische Stoffe, von Pestiziden bis PCB, lassen sich möglicherweise damit zersetzen, berichtet die BBC. Seit dem Siegeszug der Antibabypille und heute üblichen Hormontherapien nach den Wechseljahren findet sich das weibliche Hormon Östrogen offenbar in immer höhererKonzentration auch in der Umwelt wieder. Bereits in niedriger Dosis kann es bei Fischen und anderen Wassertieren sexuelle Deformitäten hervorrufen. Beim Menschen soll es als Umweltgift für sinkende Spermazahlen sowie für Hoden- und Brustkrebs verantwortlich sein. Die übliche Trinkwasseraufreinigung "übersieht" das Östrogen, doch eine simple Entwicklung von Wissenschaftlern der University of Ulster löst das Problem. "Bestrahlt man Titan-Dioxid mit ultraviolettem Licht, wird das Titan aktiviert und kann das Östrogen zu Kohlendioxid umformen, zum harmlosen Gas im Mineralwasser", erklärt Dr. Brian Eggins. Titandioxid ist nicht giftig, findet sich beispielsweise in der Zahnpasta, und zersetzt sich nicht während des Prozesses. Bereits das UV-Licht alleine wäre offenbar in der Lage, das Hormon umzuwandeln, allerdings nur sehr langsam. Mit Hilfe des Titandioxids wird es allerdings zum effektiven Katalysator, das die meisten organischen Stoffe in ihre Einzelteile zerlegen kann. Eggins Kollegin Heather Coleman ist sogar sicher, daß diese Methode effektiv gegen in der Landwirtschaft weitverbreitete Pestizide wie DDT angewandt werden könnte. Auch alleProdukte, die Polychlorobiphenyle (PCB) enthalten, und einige Waschdetergentien aus industriellen Säuberungsanlagen sollen damit zu zersetzen sein. Sonnenlicht alleine könnte die notwendige UV-Strahlung liefern, so daß die Aufreinigung überall auf der Welt einsetzbar wäre. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an einer Pilotanlage, die in Kürze in Betrieb gehen soll. Neben der Aufreinigung von Wasservorräten könnte eine solche Anlage auch verhindern, daß die umweltschädlichen Stoffe aus der Industrie überhaupt in den Wasserkreislauf gelangen. (wsa) |