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BEITRÄGE
FORSCHUNG/TECHNOLOGIE/GESUNDHEIT
Stress
macht vergesslich
Cortisol blockiert
Informationsfluss im Gehirn Zürich
- In besonders
stressigen Augenblicken verlieren wir schnell das Vermögen,
Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ältere Studien zeigten schon,
dass Cortisol - ein Stresshormon, das in der Nebennierenrinde gebildet
wird - das Erinnerungsvermögen verschlechtert. Möglicherweise löst das
Hormon die Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen wieder auf, wodurch
auch die Erinnerung verloren geht. Dem gegenüber steht die Meinung, dass
Cortisol http://www.science.mcmaster.ca/Biology/4S03/cortisol.html lediglich
den Informationsfluss blockiert.
Dem gingen
der Physiker Dominique de Quervain, von der Universität Zürich und seine
Kollegen erneut nach. Sie ließen ihre 36-köpfige Versuchsgruppe in einem
bestimmten Zeitraum 60 Verben auswendig lernen und fragten sie zuerst
unmittelbar nach der Lernphase und dann nochmals 24 Stunden später ab.
Dazu verabreichten sie einem Teil der Probanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten
25 Milligramm Cortison, das vom Körper sehr schnell zu Cortisol umgewandelt
wird. Die Forscher konnten - im Vergleich zur Cortisol-freien Testgruppe
- keine Verschlechterung des Erinnerungsvermögens bei den Versuchsteilnehmern
feststellen, denen das Präparat eine Stunde vor oder unmittelbar nach
der Lernphase verabreicht wurde.
Sie bewerten
den Befund als einen Hinweis dafür, dass Cortisol gar keinen Einfluss
auf die Erinnerungsleistung hat. Anders verhielt es sich dann bei der
Abfrage nach 24 Stunden. Diejenigen Probanden, die eine Stunde vor dem
Test das Cortison schlucken mussten, konnten sich anschließend im Schnitt
nur noch an 11 Wörter erinnern. Die Placebo-Gruppe wusste noch 17 Verben
- immerhin ein Unterschied von 35 Prozent. Für die Forscher steht damit
fest: Das Stresshormon beeinflusst nicht die frischen Verschaltungen im
Gehirn, sondern die älteren, vermeintlich robusteren Neuronen-Cluster.
In der nächsten Zeit wollen De Quervain und seine Kollegen untersuchen,
in wieweit dauerhaft erhöhte Cortisolmengen, wie im Falle chronischer
Depressionen, das Erinnerungsvermögen beeinflussen.
+++pressetext.austria
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