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Klimaerwärmung öffnet Wasserweg bis 90 Grad Nord New York - Nach einem Bericht der New York Times stieß ein Wissenschaftler der Harvard Universität am Nordpol auf ein offenes Fahrwasser. Die Fahrrinne war eine Seemeile (1,85 Kilometer) breit. Nach Einschätzungen von Wissenschaftlern ist damit zum ersten Mal seit mehr als 50 Mio. Jahren der Weg zum Nordpol frei befahrbar.
"Es war total unerwartet", berichtete
der Ozeanograph James J. McCarthy, Direktor des Museums für Vergleichende
Zoologie an der Harvard Universität und Leiter des Intergovernmental Panel
for Climate Change der Vereinten Nationen. McCarthy begleitete vor kurzem
eine Kreuzfahrt des russischen Eisbrechers Yamal zum Nordpol. Bei einer
ähnlichen Fahrt sechs Jahre zuvor, musste sich der Eisbrecher seinen Weg
durch zwei bis drei Meter dickes Eis bahnen, so McCarthy.
Auch der Kapitän des Eisbrechers, der in den vergangenen Jahren die Fahrt
zehn mal durchgeführt hatte, ist noch nie auf offenes Wasser am Nordpol
gestoßen. Dort wo der Eisbrecher bei dieser Fahrt auf Eis traf, war es
unüblich dünn und nicht geschlossen, berichtete der Ozeanograph. Für den
obligaten Spaziergang der Passagiere am Nordpol musste die Yamal diesmal
erst sechs Meilen weit kreuzen, bis das Schiff auf eine tragfähige Eisdecke
stieß. Bei Vergleichen von Satellitenbildern von der nördlichen Eiskappe
hatten Wissenschaftler in den letzten Jahren eine Abnahme der Eisdecke
über dem Arktischen Becken um 45 Prozent festgestellt. Der Trend hat sich
dabei in den letzten Jahren dramatisch beschleunigt. |