Auf langen Seereisen, wo keine frische Nahrung zur Verfügung stand, galt Skorbut früher als eine der gefürchtetsten Krankheiten. Seit man weiß, dass ein Mangel an Vitamin C für die schweren Symptome verantwortlich ist und den Seeleuten Zitronen und Äpfel auf ihre Reisen mitgab, glaubte man den Skorbut besiegt. Irrtum, denn in Zeiten des vitaminfreien Fast Food kehren die alten Mangelkrankheiten wieder. So berichten Ärzte der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, von einem Fünfjährigen, der mit den klassischen Skorbut-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Das Kind war so schwach, dass es kaum mehr aufstehen konnte, litt unter einem blutenden Gaumen sowie Blutungen der Haut und verlor seine Zähne. Dass Skorbut die Ursache dieser dramatischen Symptome sein könnte, glaubte zunächst niemand. Eine Anämie (Blutarmut) wurde vermutet, später eine Leukämie (Blutkrebs). Alle Tests verliefen negativ. Dann kam den Ärzten die Idee, nach den Ernährungsgewohnheiten des Kindes zu fragen und wurden fündig: Der Bub hatte sich über fünf Monate ausschließlich von Pizzaschnitten, Knabbergebäck und Süßigkeiten ernährt. Obst und Gemüse hatte er ebenso verweigert wie Fruchtsäfte. Dr. Yoshiko Tamura und seine Kollegen publizierten diesen Fall, um die Ärzteschaft darauf aufmerksam zu machen, dass Skorbut-Erkrankungen selbst in den reichsten Ländern der Welt jederzeit auftreten können. Daher müssten Mediziner beim Auftreten verdächtiger Symptome sofort nach den Ernährungsgewohnheiten ihrer Patienten fragen. Für die Eltern lautet die Botschaft: Achten Sie darauf, was Ihre Kinder essen und greifen Sie, falls notwendig, rechtzeitig ein, um ernsthafte gesundheitliche Schäden durch falscher Ernährung zu vermeiden. Dem am Skorbut erkrankten Buben geht es nach einigen Wochen vitaminreicher Ernährung wieder ausgezeichnet. Dr. Nexus Newsletter
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