BEITRÄGE Gesellschaft/Medizin/Psychologie Häufigkeit
religiöser Glaubensausübung steht offenbar in Zusammenhang mit der Sterblichkeit Austin -
Ein regelmäßiger Gottesdienst könnte das Leben um annähernd sieben Jahre
verlängern. Das geht jedenfalls aus einer amerikanischen Studie hervor,
die auf Daten beruht, welche im Rahmen des US National Health Interview
Survey in den USA gesammelt wurden. Die Wissenschaftler verglichen die
gewonnenen Informationen zum Lebensstil der Amerikaner mit den Sterblichkeitsdaten,
um die Beziehung zwischen 'religiöser Aktivität' - die anhand der Gottesdienstbesuchen
gemessen wurde - und dem Sterberisiko über eine Zeitspanne von neun Jahren
herauszufinden. Wie Robert
Hummer und seine Kollegen von der University of Texas in Austin feststellten,
steht die Häufigkeit religiöser Glaubensausübung offenbar mengenmäßig
in Zusammenhang mit der Sterblichkeit von Erwachsenen. Das bedeutet: Wer
öfter als einmal pro Woche zum Gottesdienst geht, lebt am längsten - 83
Jahre im Durchschnitt. Wer nie auch nur in die Nähe einer derartigen Veranstaltung
kommt, hat das "höchste Sterberisiko" - er lebt durchschnittlich
nur 75 Jahre Eines
ist klar: Zahlen über die Häufigkeit von Kirchenbesuchen und ähnliche
Angaben spiegeln nicht zwingenderweise wider, wie oft die Betroffenen
wirklich beten oder meditieren. Sie sagen auch nichts über die Natur des
Glaubens oder den Trost aus, den der Befragte aus seiner religiösen Tätigkeit
erhält oder auch nicht. Dennoch stellt die Häufigkeit von Gottesdienstbesuchen
einen starken Indikator dafür dar, wie stark der Befragte in einer religiösen
Gemeinschaft mitwirkt - und dafür nach diesen Untersuchungsergebnissen
mit einem offenbar beträchtlichen gesundheitlichen Nutzen "belohnt"
wird. Die genannte Arbeit baut auf früheren Berichten auf, denen zufolge ein frommes Einhalten kirchlicher Pflichten und die Mitgliedschaft in strengen Konfessionen anscheinend gleichfalls mit einem längeren Leben in Verbindung stehen. "In großen Teilen der wissenschaftlichen Gemeinschaft herrscht die Meinung vor, daß Auswirkungen von Religion (und Glauben) eher klein oder sogar irrelevant sind, (doch) unsere Erkenntnisse können vielleicht dazu beitragen, diese Auffassung zu zerstreuen. Religion läßt sich, so wie der sozio-ökonomische Status, am besten als eine 'fundamentale Ursache' einer veränderten Sterblichkeit konzeptionalisieren", schlußfolgern die Forscher pressetext.austria
|