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BSE: Von Menschen auf Menschen übertragbar
Forscher fürchten Übertragung von BSE durch Blutkonserven

Langen - Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts http://www.pei.de haben diese Woche mitgeteilt, dass der BSE-Erreger nach neuesten Studien zufolge auch zwischen Menschen übertragen werden kann. Französische und britische Forscher vermuten, dass sich der Erreger der bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE), einmal auf den Menschen übertragen, an ihn anpassen kann. Das erleichtert auch eine Übertragung von einem Menschen auf den nächsten.

Die Übertragung des Erregers im Tierversuch sei erfolgreich gewesen, wenn infektiöses Gehirnmaterial in die Blutbahn gespritzt wurde. Das gebe Anlass zur Sorge, dass die durch den BSE-Erreger verursachte menschliche Erkrankung, eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK), durch Blut und Blutprodukte übertragen werden kann, so Johannes Löwer, Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, das in Deutschland für die Zulassung von Arzneimitteln, unter anderem von Blutprodukten, zuständig ist.


Aus diesem Grunde wurden bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen. So wurden Blutprodukte zurückgerufen, wenn sich herausstellt, dass einer der Spender nach der Spende an vCJK erkrankt ist", so Löwer. Blut und Plasma aus Großbritannien werden ausgeschlossen, darüber hinaus sollen auch potenzielle Spender ausgeschlossen werden, die sich bei einem Aufenthalt von mindestens einem halben Jahr in Großbritannien zwischen 1980 und 1996 der Infektion mit dem BSE-Erreger ausgesetzt haben könnten.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme hat das Institut veranlasst, weiße Blutkörperchen (Leukozyten) aus Blutspenden zu entfernen, da es Hinweise darauf gibt, dass die Erreger, wenn sie im Blut vorkommen, sich vorwiegend mit den weißen Blutkörperchen verbinden. Erwogen werde auch der Ausschluss von Spendewilligen, die selbst einmal eine Transfusion erhalten hatten. "Bei einer Entscheidung ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich bei Blut und Blutprodukten um lebenswichtige und daher unverzichtbare Arzneimittel handelt und bereits heute ein deutlicher Mangel an Blutspenden besteht", meint der Leiter des Instituts.

Weitere Informationen: http://www.pei.de/pm/2001/4_2001.htm

 

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