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Ein Baum blutet und Menschenleben können dadurch gerettet werden. Schon um 1600 wurde in den Aufzeichnungen vom spanischen Eroberer, P. Bernabe Cobo, über das Drachenblut (span.: Sangre de Grado) aus dem Amazonasgebiet berichtet. Die Rinde des Croton-Baumes spendet beim Anzapfen einen blutroten Saft, den indianische Stämme in Mexico, Peru und Ecuador zu sensationellen Heilzwecken verwendeten. Wenn z. B. eine Mutter ein Kind gebar und zu verbluten drohte, wurde auf schnellstem Wege Drachenblut herangeschafft, um die Blutung zum Stillstand zu bringen. Das originale Drachenblut stammt von den Baumarten, Croton lechleri, C. salutaris und C. planostigma, aus der Pflanzenfamilie der Euphorbiaceae, die bis zu 20 m hoch werden. Geerntet werden das rote Harz und die Rinde. Dieser Baum wächst im tropischen Regenwald, vornehmlich in Südamerika im Amazonasgebiet. Der Regenwald bedeckte 1950 15% der Landoberfläche. Jetzt ist er bereits auf die Hälfte geschrumpft. Täglich werden 200.000 Morgen (1 Morgen = 4047 Quadratmeter) abgeholzt. Bei diesem Tempo stirbt der Regenwald innerhalb der nächsten 50 Jahre. Was für einen Frevel begeht die Menschheit mit der Zerstörung dieses immensen Naturreichtums! Im Regenwald liegt ein gewaltiges Potential an Naturheilstoffen. Viele Medizinmänner nehmen ihr geheimes Wissen um diese Naturkräfte mit ins Grab. Jedoch einige pharmazeutische Firmen sind diesen Pflanzenwirkstoffen bereits auf der Spur. Das Hauptimportland für das Drachenblut ist jedoch Bolivien. Dort wird der Drachenblut-Baum auch "Tipa" genannt. Verwandte Baumarten, die Daeomonorops draco und D. species, aus der Familie der Arecacea (Palmae) liefern das ostindische Drachenblut, welches in den indisch-malaiischen Inseln (Hinterindien, Java, Borneo, Sumatra und auf den Molukken) beheimatet ist. Ursprüngliche Verwendung Das rote Blut wird auf offene Wunden getropft, damit sie einerseits aufhören zu bluten, und andererseits der Heilungsprozess beschleunigt und die Verletzung vor Infektionen geschützt wird. Auf der Wunde trocknet es rasch und bildet ein Barriere, quasi wie eine zweite Haut. Das Drachenblut wird auch innerlich angewendet, und zwar bei Knochenbrüchen, Magen- und Darmgeschwüren, und Fieber. Bei verschiedensten Hautstörungen wird innere mit äußerer Anwendung kombiniert. Das ostindische Drachenblut setzt man Weihrauchmischungen zu, um deren Kraft und Wirksamkeit zu verstärken, und gilt auch als Liebesweihrauch. Wenn sich ein Mann die Liebe eines Mädchens wünscht, dann hüllt er sie in eine Rauchwolke aus Drachenblutpulver und daraufhin soll ein Zauber der Liebe ihr Wesen gefangen nehmen. In der orientalischen Liebeslehre ist es Bestandteil einiger erotischer Rezepturen. Inhaltsstoffe und Wirkung Wissenschaftler fanden eine Vielzahl von wirksamen Alkaloiden, die Hauptwirkstoffe sind Taspine. Weitere Inhaltsstoffe sind: Methylthymol, Myrcene, Proanthocyanidine, Terpinen-4-ol, Camphene, Cuparophenol, Borneol, Vanillin und Dimethylcedrusine. Welche Fähigkeiten haben diese Pflanzenwirkstoffe (engl.: Phytochemicals)? Altbekannt ist die wundheilende Wirkung, ebenso wirkt es antibakteriell, antiviral, antiseptisch, lindert Verbrennungen und kann auch Krebs heilen. Es gibt einige wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen Taspine als krebsheilend beschrieben werden, andere Forscher identifizierten die Dimethylcedrusine als wundheilende Wirkstoffgruppe. Ein belgisches Forscherteam hält die Taspine für heilend bei Herpesinfektionen. Weiters konnte gezeigt werden, dass diese Alkaloide die Resistenz gegen Viren erhöhen und die Immunkraft stärken. Anwendung In der zivilisierten
Welt gebraucht man das Drachenblut des Croton-Baums bei Sonnenbrand, diversen
Hauterkrankungen, Fieberblasen, Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, Entzündungen
- besonders der Atemwege - und bei Krebs. Aufgrund der adstringierenden
Wirkung wird es zur Straffung der Haut und zur Festigung von Blutgefäßen
eingesetzt. Um beispielsweise Herr über die Geisel Krebs zu werden, sollen
zweimal täglich 3-5 Tropfen Drachenblut auf ein halbes Glas Wasser getrunken
werden, und bei äußeren Symptomen sollen zusätzlich zweimal täglich einige
Tropfen an der Problemstelle eingerieben werden. Die Anwendung bei den
übrigen Krankheiten erfolgt analog. Der Regenwald
des Amazonas hält noch eine Unmenge weiterer Heilmittel für die Menschheit
bereit. Wir sollten diese einzigartige Naturwelt sinnvoll nutzen. Aber
bei dem Zerstörungswahn vieler Menschen ist es fraglich, wie lange es
ihn noch gibt. Literaturhinweise: http://www.rain-tree.com bzw. http://www.rain-tree.com/sangre-htm
Chen ZP, et al. Studies on the anti-tumour, anti-bacterial, and wound-healing
properties of dragon´s blood. Planta Med, 1994 Diverse Bücher des Autors
Christian Rätsch (z. B. Medizin aus dem Regenwald. Die Weisheit der Naturvölker.
Verlag Natura med, Neckarsulm). |
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