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PRESSESPIEGEL
Beitrag von Dr. Marlis Bach
KRAFTSTOFF
FÜRS HERZ
Pulsar 06/99
Am Anfang standen Versuche innovativer US-Forscher bei der Behandlung
von Patienten mit schwerer Herzmuskelschwäche: Sie ergänzten
deren übliche Digitalis-Behandlung durch das Co-Enzym Q10. Der Erfolg
gab ihnen recht: 70% der Patienten mit einer prognostizierten Lebenserwartung
von nur wenigen Tagen lebten noch ein Jahr, nach zwei Jahren waren es
immer noch 60%. Die Einnahme von täglich 100 mg Co-Enzym Q10 rettete
diesen Schwerkranken das Leben. Damit wurde erst das ganze Potential dieses
Wirkstoffs erkannt.
Entdeckt wurde das Co-Enzym Q10 bereits 1957 vom Texaner Dr. Karl Folkers.
Im Jahr 1978 erhielt Prof. Dr. Peter Mitchell den Nobelpreis für
die Aufklärung der Wirkungsweise des Q10s. Mittlerweile sind sich
die Wissenschaftler einig, daß Q10 lästige Alterserscheinungen
lindert, den Bluthochdruck senkt und die Herzfunktion stärkt. Bei
Angina pectoris konnten durch Q10-Präparate starke Verbesserungen
des Krankheitsbildes erzielt werden. Q10 vermindert die Gefahr eines Infarktrisikos.
Das Co-Enzym Q10 läßt sich nicht eindeutig einer bestimmten
Lebensmittel-gruppe zuordnen. Viele bezeichnen es als Vitamin, was allerdings
der klassischen Definition eines Vitamins nicht entspricht. Denn Vitamine
sind essentielle Stoffe, die dem Körper mit der Nahrung zugeführt
werden müssen. Das Q10 wird jedoch zum Teil vom Körper selbst
produziert. Ein Mangel an Co-Enzym Q10 von mindestens 25% macht sich dadurch
bemerkbar, daß viele Körperfunktionen gestört sind. Beispiele
dafür sind Bluthochdruck, Herzschwäche und Herzinfarkt. Bei
einem krassen Q10-Mangel von über 75% ist sogar das Leben ernsthaft
bedroht.
Ein Co-Enzym beschleunigt gemeinsam mit einem Enzym diverse biochemische
Reaktionen. Zu lokalisieren ist das Q10 in den Mitochondrien jeder Körperzelle.
Dort passiert die Zellatmung, welche die Energie für die Durchführung
verschiedener Körperfunktionen liefert. Die Zellatmung setzt sich
aus komplexen, biochemischen Reaktionen zusammen. Mit Hilfe des Q10s wird
Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) gewonnen. Aus einem Molekül
Glucose entstehen durch die Zellatmung (Glycolyse, Citratzyklus und oxidative
Phosphorylierung) 36 Moleküle ATP. Das Q10 ist der wichtigste Energielieferant
im Zellstoffwechsel und dient der Umsetzung von Kohlenhydraten, dem Fett-Eiweißstoffwechsel,
weiters auch z.B. der Aktivierung von Aminosäuren und Fettsäuren
und einiger mehr. Da das Q10 für so viele biochemische Reaktionen
benötigt wird, ist es logisch, daß ein Mangel schwerwiegende
Folgen hat.
Die Co-Enzyme
Q (Q1 bis Q10) gehören in die Gruppe der Ubichinone, das sind Verbindungen,
die "überall vorkommen" (ubiquitär). Jede atmende
Zelle muß mit irgendeinem Co-Enzym Q in Kontakt gekommen sein. Die
Zahl nach dem Q bedeutet, wie oft sich das Isoprenmolekül im Seitenstrang
der gesamten Verbindung wiederholt. Der Mensch, das höchstentwickelte
Lebewesen, braucht das Q10 (= 10 Isoprene direkt hintereinander angeordnet)
für die Zellatmung. Niedrigere Lebewesen kommen mit kurzkettiger
Ubichinonen zurecht.
Q10 IN DER
NAHRUNG
Der Hauptlieferant
von Q10 ist das Rindfleisch. Die Lebensmittel Huhn, Schaf, Fisch und Ei
enthalten ebenso hohe Mengen Q10. In der tierischen Nahrung finden sich
die höchsten Q10-Gehalte in Herz, Leber und Muskel.Unter den pflanzlichen
Lebensmitteln sind Pflanzenöle die Q10-reichsten, denn das Co-Enzym
Q10 ist fettlöslich. Wenn das Lebensmittel am Teller ist, kann bereits
ein hoher Q10-Verlust aufgetreten sein.
Was zerstört
das Q10?
* Künstliche
Reifung mit Hilfe des Gases Ethylen
* Lange Lagerzeiten
* Kochen: besonders beim Kochen des Gemüses geht viel Q10 verloren.
Der Mensch
kann in gewissem Ausmaß Q10 in der Lebe selbst herstellen. Als Ausgangs
stoff werden niedere Qs verwendet, die in Pflanzen, Pilzen, Hefen und
Bakterien vorhanden sind.
Warum Q10
Mangel?
Ab einem
Alter von 40 Jahren läßt die Q10-Produktion in der Leber nach.
Bei einem Durchschnittsmensch wird dann in Herz, Leber und Muskel weniger
Q10 festgestellt. Warum der Körper im Alter weniger Q10 produziert,
obwohl gerade dann ein Antriebsmotor für die Zellen wichtig wäre,
konnte bislang noch nicht erforscht werden. je weniger Q10 mit der Nahrung
aufgenommen wird, desto gravierender macht sich der Q10-Mangel bemerkbar.
Die Abnahme der Q10 Produktion scheint ein Bestandteil des herkömmlichen
Alterungsprozesses zu sein. Um die damit verbundenen Altersbeschwerden
zu lindern, soll man bewußt einen gesunden Lebensstil pflegen.
Für
eine aktive Gesundheitsvorsorge empfiehlt es sich, beispielsweise das
Co-Enzym Q10 als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen. Ferner kann
man auch durch regelmäßiges Dauertraining, wie Joggen, den
Q10-Spiegel im Herz anheben.In beiden Fällen, beim leichten Sport
und bei der Nahrungsergänzung, erhöht sich der Q10-Gehalt nur
während der Maßnahme.Setzt man die Nahrungsergänzung mit
Q10 ab oder gibt die sportlichen Aktivitäten auf, sinkt der Q10-Gehalt
wieder auf den Pegel vor dieser Maßnahme ab.
WIE WIRKT
DIE NAHRUNGSERGÄNZUNG VON Q10?
Am deutlichsten
reagieren Menschen mit Herzbeschwerden, Bluthochdruck oder Leberstörung
auf die vermehrte Q10-Zufuhr. Denn diese Krankheitserscheinungen werden
speziell durch das Q10 gelindert. Ein durchschnittlich gesunder Mensch
wird eine Steigerung der Lebenskraft erfahren, wenn er aufmerksam und
sensibel genug ist, die Auswirkungen des Q10 zu erkennen. Viele berichten
von einer erhöhten Streßtoleranz, sie gelangen nicht mehr so
schnell außer Atem oder sie stehen insgesamt aktiver im Leben. Die
verwendete Dosis spielt natürlich auch eine Rolle. Wissenschaftler
empfehlen für gesunde Menschen eine Nahrungsergänzung von 10-30
mg Q10 pro Tag. Patienten, besonders Herzkranke, sollen 100mg Q10 pro
Tag zusätzlich zur herkömmlichen Nahrung zu sich nehmen.
QUALITÄT
VON Q10:
Es gibt leider
große Qualitätsunterschiede unter den erhältichen Q10-Präparaten.
Von vielen Herstellern wird das Q10 aus Rinderherzen isoliert und ist
somit für den Vegetarier nicht geeignet. Neuerdings wird das Q 10
aus Tabakpflanzen gewonnen. Besonders bewährt hat sich das Q10 der
Fa. Bluegreen, welches rein vegetarisch hergestellt wird, und durch die
Zugabe der Bluegreen Alge anstelle von künstlichen Zusatzstoffen,
wie synthetischem Vitamin E, sehr hochwertig ist. Hingegen verkaufen manche
Firmen ein minderwertig gewordenes Q10. Das Q10 kann nämlich nach
der Herstellung durch Oxidationsprozesse, wie z.B. im Lebensmittel, inaktiviert
werden.Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, sollte man das Q10
von einer Firma mit einem bekannten Markennamen beziehen. Bei Personen,
die keine Wirkung des Q10 spüren, könnte die Ursache dafür
in einer schlechten Qualität des Produktes liegen. Nur wenn das Q10
aktiv ist, kann es dem Menschen als Jungbrunnen dienen.
Zur Autorin:
Dr. Marlis Bach ist Lebensmittelchemikerin.
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