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Geschichte
der Tenside Die synthetischen Tenside sind großtechnisch einfach herstellbar. Die Rohstoffe stammen aus der Petrochemie. Allerdings erfordern sie für einen hohen Anspruch an Waschaktivität eine Menge an Zusatzstoffen. Bei den Biowaschmitteln geht man von natürlichen Rohstoffen aus, wie z. B. Sonnenblumenöl, Kokosfett, Rapsöl, Sojaöl, Rizinusöl und Palmkernfett. Ohne Zusatzstoffe oder einen andersartigen Ersatz müssen diese Waschmittel jedoch bei schwierigen Flecken passen. Alvito benutzt natürliche, seifenfreie Rohsoffe. Dadurch bleiben keine Waschmittelreste mehr in den Stoffen zurück. Zusatzstoffe Um das Problem mit der Wasserhärte - was das Hauptproblem für schlechte Waschqualität ist - in den Griff zu bekommen, wurden von der Waschmittelindustrie die Natriumtriphosphate als Zusatzstoffe erfunden. Diese binden die Kalzium- und Magnesiumionen und tauschen diese gegen Natriumionen aus. Den Kalkablagerungen in der Wäsche wurde dadurch der Garaus gemacht. Jahrzehnte danach wurde publik, dass eben diese Phosphatzusätze zu einer Eutrophierung (Überdüngung) in der Umgebung führen. Die Waschmittelindustrie machte sich an die Entwicklung von Ersatzstoffen. So fanden die umweltfreundlicheren Natriumalumosilikate (Zeolithe, Markenname: Sasil) Einzug in die Zusatzstoffliga. Die deutsche Firma Alvito, die neuerdings ihre Produkte über BLUEGREEN Naturprodukte in Österreich vertreibt, ging hier noch einen großen Schritt weiter: Statt der Zeolithe wird eine energetisierte Scheibe (Wasch-Disc) während des Waschvorgangs mitgeführt. Diese Disc hält den Kalk in Schwebe, sodass dieser sich nicht an der Wäsche festsetzen kann, stattdessen wird er mit dem Schwemmwasser fortgespült. Ein fixer Bestandteil der herkömmlichen Waschmittel ist das Bleichmittel Perborat. Dieses hat zwei essentielle Nachteile: Nach dem Zerfall hinterlässt es das toxische Bor im Waschwasser und es benötigt zur Stabilisierung den Komplexbildner EDTA (Ethylendiamintetraacetet), der die Schwermetalle komplexiert, welche eine Zersetzung des Perborats noch vor dem Kontakt mit Schmutzpartikeln bewirken. Es gibt noch ein drittes Handikap: Das Perborat bleicht natürlich auch die Farbstoffe in der Buntwäsche. Nach dem Motto "Ein Zusatzstoff kommt selten alleine" wird in den Nicht- Biowaschmitteln ein weiterer Zusatzstoff, nämlich der Farbstabilisator (für Buntwaschmittel), eingesetzt. Um ökologisch unbedenklich zu bleichen, verwenden Firmen wie Alvito das Bleichmittel Percarbonat, das ohne giftige Abbauprodukte (es bildet sich aktiver Sauerstoff) reagiert, nicht so instabil ist, um einen Komplexbildner zu erfordern, und welches im Baukastensystem angeboten wird. Das heißt: Man hat einen Extrabeutel zur Verfügung, indem sich das Bleichmittel befindet. So kann man selbst entscheiden, ob man diesen Zusatz haben will oder nicht. Ganz ohne Bleichung vergilbt die Weißwäsche mit der Zeit, da müsste man schon die Wäsche auf grünes Gras in die grelle Sonne legen. Hier kann das bodennahe Ozon (ebenfalls ein aktiver Sauerstoff) am allernatürlichsten die weiße Kleidung zum Strahlen bringen. Ein mengenmäßig wichtiger Zusatzstoff - bis zu 60% - ist das Natriumsulfat, welches in festen Waschmitteln die Pulverförmigkeit anstatt der Klumpenbildung durch Lagerung erhält. Es ist nicht giftig, hat aber dennoch in einem Biowaschmittel nichts zu suchen und in einem flüssigen Waschmittel kann man ohnehin darauf verzichten. Streitfrage Enzyme Vielfach treten Allergien gegen Enzymzusätze (Protease, Lipase und Amylase) in Waschmitteln auf. Die Enzyme stammen meistens aus gentechnischer Produktion und reizen deshalb, weil bei der Herstellung auch Nebenprodukte entstehen. Bei dem großen Maßstab in der Waschmittelindustrie wäre es unwirtschaftlich diese vollständig zu isolieren. Abgesehen davon ist es eine ethische Frage, ob man die Gentechnik unterstützen möchte oder nicht.Alvito hat seit kurzem eine neue Rezeptur entwickelt, bei der nun auch auf die Enzyme verzichtet wird. Das Problem mit den Reizstoffen ist dadurch.endlich beseitigt. Um den Verlust an Waschaktivität auszugleichen, wurde quasi ein Geheimtipp verwendet: Das ist der Zusatz eines Auszugs von Orangenschalen. Die gelösten Orangenterpene sind natürliche Aromastoffe, die allerdings mit dem Waschwasser großteils wieder ausgespült werde, jedoch die Fähigkeit haben, sogar schwierige Flecken (z. B. Obstflecken) zu lösen. Natürlich und trotzdem saubermachend! Zur Autorin: Dr. Marlis Bach ist Lebensmittelchemikerin und derzeit als freie Journalistin tätig. |
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